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Ein junger Mann in Saft und Kraft – doch das Verderben rückt unaufhaltsam näher: Gelegentliche Erektionsstörungen, die noch keinen Anlass zur Besorgnis geben, verdichten sich allmählich zu einem chronischen Krankheitsbild. Dann die erschütternde Diagnose: Der Patient leidet an Game Erectile Dysfunction, kurz Game ED, im Fachdeutschen spielbedingte erektile Dysfunktion genannt. „Diese Form der Impotenz ist richtig heimtückisch und kommt schleichend“, erläutert Florian Brich, Publishing Director der Konsolenmagazine bei Computec Media. Für die Betroffenen und ihre unmittelbare Umgebung bricht meist eine Welt zusammen.

Bevor Politiker mit Hang zu Betroffenheitsaktionismus ein weiteres von digitalen Spielen verursachtes Gefahrenfeld wittern, hier die gute Nachricht: Die mit Game ED infizierten Männer „können“ schon noch, zumindest im biologischen Sinne. Ihre Potenzprobleme bezieht sich ausschließlich auf Computer- und Videospiele. Sie sind nicht mehr fähig, den Joystick oder das Gamepad lustvoll in die Hand zu nehmen. Namentlich benannt hat dieses Problem Koji Aizawa vom japanischen Spielemagazin Famitsu in einem Gastbeitrag für das britische Magazin Edge. Kein Zufall, denn die Trends des Konsolenspielemarkts starten zumeist im Land der aufgehenden Sonne. Aizawa, einst ein passionierter Spieler, schildert sein bereits seit einiger Zeit andauerndes Unvermögen, sich mit den neuesten Spieleerscheinungen auseinanderzusetzen. Die aufgeregte Spannung beim Öffnen der Verpackung aus früheren Zeiten ist einer schleppenden Freudlosigkeit gewichen. Den Grund dafür sieht der Experte mit ferienwohnungen in Berlin der in den immer gleichen Spielprinzipien und den unzähligen Fortsetzungen, die frische Ideen vermissen lassen.

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